Zum Gedenken

wenn die Sonne des Lebens untergeht, leuchten die Sterne der Erinnerung


Kurt Reimann, Gretzenbach

Am 21. Oktober, drei Wochen nach seinem 81. Geburtstag, verstarb in Gretzenbach Kurt Reimann- Stüdi.

Kurt wuchs mit drei Geschwistern in Augst in einfachen Verhältnissen auf und besuchte dort und in Pratteln die Schulen. Es folgte eine Lehre als Elektromechaniker. Schon als junger Berufsmann lernte er bei Auslandeinsätzen verschiedene europäische Länder und Grossstädte kennen.

Doch füllte ihn die Technik zu wenig aus, wie er selber schrieb:

„22-jährig trat ich im Sommer 1962 als Gardist in die päpstliche Schweizergarde im Vatikan ein. Ein Jahr lang durfte ich Papst Johannes XXIII. dienen. Dieser gute Papst ging nie an mir vorbei, ohne einen Gruss an meine Eltern zu richten. Die Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils im Herbst 1962 bewirkte eine grosse Aufbruchsstimmung in der Christenheit.“

An die zwei Jahre in der Schweizergarde dachte Kurt immer gerne zurück. Wieder zu Hause, trat er in den Umschulungskurs zum Primarlehrer im Lehrerseminar Solothurn ein.

Nach acht Jahren als Primarlehrer wirkte er dann fast 30 Jahre als Sekundarlehrer in Schönenwerd. In dieser Zeit war er auch in der Pfarrei aktiv. 20 Jahre lang war er im Pfarreirat, davon 12 Jahre als Präsident. Auch als Familie Reimann nach Gretzenbach gezogen war, blieb Kurt mit unserer Pfarrei verbunden. So half er noch jahrelang am Samstag vor dem Palmsonntag den Eltern und Kindern beim Palmenbasteln. Hier konnte es sein handwerkliches Geschick gut einsetzen.

Eines seiner Hobbies war das Organisieren von Reisen. Fast 100 Reisen kreuz und quer durch Europa konnte er mit seiner Frau Theres planen und durchführen, darunter 13 Pfarreireisen. Seine Spezialität: Carreisen nach Rom. Hier konnte er aus dem Vollen schöpfen und seine Beziehungen spielen lassen.

Kurt Reimann war ein freundlicher, ausgeglichener und hilfsbereiter Mensch und ein angenehmer Mitarbeiter. Er wirkte stets ruhig und vermittelnd. Auch in Gretzenbach wusste man das, und deshalb wirkte er während 16 Jahren als Friedensrichter.

Seiner Frau Theres, den drei Kindern und den sieben Grosskindern wird Kurt nun fehlen. Aber er bleibt ihnen und uns allen in guter Erinnerung. Danke, Kurt!

Reinhard Mundwiler

Anton (Tony) Meyer-Schilling

Was er als Kirchgemeindepräsident anregte und durchführte, hatte Hand und Fuss und prägt bis heute das Leben in unserer Pfarrei. In seiner Amtszeit (1965 – 1989) wurde unsere Kirche umgestaltet und das Pfarreizentrum gebaut. Das bedeutete: viele Sitzungen, Verhandlungen und Entscheidungen. Eine Riesenarbeit also! Doch Tony Meyer meisterte das souverän. Mit seiner dynamischen Art und seinem Arbeitseifer konnte er seine Mitmenschen anstecken und mitreissen. Und nach den Sitzungen sass man in der Regel noch bei einem Glas Wein zusammen und hatte es gemütlich.

Anton Meyer war das jüngste von neun Kindern. Seiner Familie gehörte das damals weit herum bekannte Warenhaus Viktor Meyer im Herzen der Oltner Altstadt. Noch lieber weilte er aber im Haus der Familie im idyllischen Dellenpark in Trimbach. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte er bis zur Matur die Stiftsschule im Kloster Engelberg. An diese Jahre dachte er zeitlebens immer wieder gerne zurück. Er blieb stets mit dem Kloster und seinen Geistlichen verbunden.

1960wurde Tony an die Bezirksschule Schönenwerd gewählt. Dort unterrichtete er hauptsächlich Deutsch, Französisch und Englisch (daher auch sein Übername «Charly»!).

Auch in der Einwohnergemeinde war er aktiv:als Gemeinderat der CVP und im Parteivorstand.

Seine vielfältigen Interessen durfte er bei seinen Gruppenreisen ausleben.Das «Reisebüro Meyer», wie er es selber nannte, organisierte Reisen und Ausflüge für verschiedene Gruppierungen, so auch für die Bruderschaft «Sankt Leodegar» – und natürlich auch für seine Familie: seine vier Töchter und seine Frau Annemarie, die ihn bei allem, was er unternahm, tatkräftig unterstützte. Er war ein geselliger, fröhlicher und offener Mensch – und für seine Familie ein liebevoller Ehemann, Vater und Grossvater.

Tony Meyer war ein engagierter und gläubiger Katholik – aber auch ein kritischer. Als er wieder einmal deutlich sagte, was ihm an der Kirche und ihren Institutionen nicht passte, fragte ihn eine seiner Töchter, warum er denn nicht einfach aus der katholischen Kirche austrete.Seine Antwort: «Weil ich sie gern habe!» Eine Antwort, die für Tony Meyer so typisch war!

So lange es seine Gesundheit erlaubte, war er - im Wechsel mit Annemarie - Lektor in den Gottesdiensten.

In den letzten Jahren schwanden seine Kräfte immer mehr.Schliesslich musste er im Altersheim St. Martin in Olten betreut werden, wo er am 23. November im Alter von 88 Jahren starb.

Danke, Tony, für alles, was du für unsere Pfarrei getan hast!

Reinhard Mundwiler