Der Palmsonntag

Beginn der Karwoche

Der Leidensweg Jesu ist Thema und Inhalt der Tage der Karwoche, Stationen seines Kreuzweges – Symbole und Ausdrucksweisen unserer eigenen Leidenszeiten?

Der Palmsonntag konfrontiert uns mit einer ganz besonderen Herausforderung – auch in unserem Leben? – mit der Brüchigkeit von Anerkennung, Ruhm und Ehre. Ein letzter Höhepunkt: Jesus zieht als umjubelter und ersehnter König, Führer und Heilsbringer in Jerusalem ein, reitet auf einem Esel, nicht auf einem Pferd, denn er ist anders als die üblichen Herrscher. Alle sind auf seiner Seite, für ihn, begeistert, hingerissen, glücklich. „Hosianna, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“

Aber Ruhm, Anklang und Erfolg sind vergänglich. Unglaublich, wie schnell die Massen einen fallen lassen! Es sind dieselben Leute, die etliche Tage später, nachdem sie ihn bewundert und hochgejubelt haben, bei Pilatus während des Prozesses Jesu schreien: Nieder mit ihm, „kreuzige ihn!“. Unglaublich, diese Wandlung, dieser Kontrast, dieser Widerspruch. Aber so ist es! Viele in Kultur, Sport und Politik engagierte Menschen erleben genau das. Hochgejubelt und fallen gelassen: So hat es Jesus erlebt. So beginnt der Höhepunkt seiner Leidens-, Kränkungs- und Enttäuschungsgeschichte. Erkennen wir darin unsere eigene Geschichte wieder? Jesus wurde von einem engsten Freund verraten und ausgeliefert und von einem der treuesten Gefährten verraten: „Ich kenne diesen Menschen nicht“ schwört Petrus in seiner Not und Angst. Welche Enttäuschung!

Und welch Glück: Gott lässt kein Leben ins Leere gehen – auch in der gegenwärtigen Krise nicht. Ostern wird!

Peter Kessler, Pfarreiseelsorger

Elegy for Mippy II - gespielt von Philip Boyle